Der biblische Kalender (I)

von Sascha Rakers
23. Juni 2020
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Teil 1: Wann beginnt eigentlich das neue Jahr?

Nachdem ich nun begonnen habe, das Buch „Vom Schatten zum Licht“ von Ellen G. White zu lesen – kostenlos zu bestellen bei Projekt 7 – bemerkte ich immer mehr, dass sich hinter dem Papsttum und der
römisch-katholischen Kirche anti-christliche Lehren verbergen.

So schreibt E. G. White darüber zum Beispiel:

„Unter dem Deckmantel eines angeblichen Christentums verstand es Satan, sich in die Gemeinde einzuschleichen, um ihren Glauben zu verfälschen und ihre Gedanken vom Wort der Wahrheit abzulenken. Die meisten Christen waren schließlich bereit, gewisse Prinzipien zu lockern, und so kam es zu einer Vereinigung von Christentum und Heidentum. … Sie tauschten … den Gegenstand ihrer Anbetung gegen Bilder von Jesus, Maria und anderen Heiligen ein. … Ungesunde Lehren, Riten und Zeremonien voller Aberglauben mischten sich in den christlichen Glauben und Gottesdienst.“

E. G. White, VSL-T, S. 42; Hervorhebung durch den Autor

Ich forschte dann selbst in der Bibel und dem katholischen Katechismus nach. Dabei sah ich mich immer mehr in meiner Annahme bestätigt, dass es sich beim Papsttum um den Anti-Christ handeln muss – das umso mehr bezüglich der Irrlehre der falschen Sabbatheiligung. Im Kompendium zum katholischen Katechismus antwortet die Kirche auf die Frage, warum der Sabbat für die Christen durch den Sonntag ersetzt wurde, selbst:

„Weil der Sonntag der Tag der Auferstehung Christi ist. …“

Kompendium zum katholischen Katechismus, Nr. 452, URL: https://bit.ly/3fUcDrZ, abgerufen am 20.06.2020

In der Bibel lesen wir dazu jedoch, dass der siebte Tag von Jahuwa geheiligt wurde und auch wir diesen Tag heiligen sollen, weil Jahuwa selbst auch am siebenten Tag nach Erschaffung der Welt ruhte (vgl. 2. Mose 2,8-11,
Luther 1545). Die römisch-katholische Kirche gibt hier also offen zu, Festzeiten geändert zu haben. Daniel hatte in seiner Vision, die Ähnlichkeiten zur Offenbarung aufweist, bereits davor gewarnt:

„Er wird den Höchsten Lästern und die Heiligen des Höchsten verstören und wird sich unterstehen, Zeit und Gesetz zu ändern. …“

Daniel 7,25, Luther 1545; Hervorhebung durch den Autor

Der Begriff „sich unterstehen“ wird in der Strong’s Concordance Nr. 5452 auch umschrieben mit dem Begriff „to think, intend“ (dt.: denken, beabsichtigen)1). Er wird beabsichtigen, Zeit und Gesetz zu ändern, was ja auch geschehen ist. Mir stellte sich dann natürlich die Frage, welcher Tag denn nun der Sabbat sei. E. G. White und die Adventisten halten ja den Samstag dafür. Doch auch das schien mir nicht richtig zu sein. Ich forschte also wieder selbst nach und begann dort in der Bibel zu lesen, wo alles anfing.

„Und [Jahuwa] sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf Erden. Und es geschah also. Und [Jahuwa] machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne.“

1. Mose 1,14-16, Luther 1545; Hervorhebung durch den Autor

Jetzt verstand ich: Alle Festzeiten – auch der Sabbat – konnten vom Menschen von frühester Zeit an am Stand von Sonne, Mond und Sternen bestimmt werden. Der Sabbat ist nicht ein einmal festgelegter Tag. Das macht auch Sinn, denn damals waren unsere Namen für die einzelnen Wochentage nicht bekannt. Man orientierte sich am Himmel und sprach
z. B. vom vierten Tag im dritten Monat. Unsere Tage sind zudem nach verschiedenen Gottheiten benannt worden (siehe Tab. 1) und damit absolut unbiblisch – genauso wie der heute von uns benutzte gregorianische Kalender, der seinerzeit von Papst Gregor XIII. eingeführt wurde.

WochentagGottheit
MontagMond-Tag; Tag der [Mondgöttin] Luna
DienstagGottheit Tyr
Mittwoch (engl. wednesday)Gottheit Wodan
DonnerstagGottheit Donar/Thor
Freitaglat. dies veneris; Tag der [Liebesgöttin] Venus
SamstagTag des Saturn; Erdgöttin Ambeth
SonntagTag der Sonne, besonders Anhänger des Mithraskults
Tab. 1: Unsere Wochentage und ihre Gottheiten2)

Betrachten wir nun noch einige weitere Bibelstellen:

Wie oben bereits dargestellt, wurden die Himmelslichter – Sonne, Mond und Sterne – dazu gemacht, um Tage, Jahre, Zeiten, Monate zu unterscheiden und speziell der Mond solle das Jahr teilen (vgl. Psalm 104,19). Das Jahr wird durch die Monate geteilt; die einzelnen Neumonde trennen entsprechend die Monate ab. Zudem erkennen wir an den weiteren oben aufgeführten Textstellen im Alten Testament, dass alle Schreiberlinge den Sabbat und den Neumond von den restlichen sechs Werktagen trennten. Ganz besonders deutlich wird dies in Hesekiel 46,1. So kann nun behauptet werden, dass es sechs Werktage gibt – an diesen sechs Tagen wurde die Erde von Jahuwa erschaffen – und danach folgt der siebte Tag, der Sabbat. Der Neumondtag stellt eine Abgrenzung zum vorangegangenen Monat dar und wird ebenso separat in seiner Zählung erfasst.

Abb. 2 zeigt, wie das praktisch aussieht. Demgemäß ist der Beginn eines neuen Monats der Tag des Neumonds, auf diesen folgen die sechs Werktage und an siebter Stelle – in der ersten Woche tatsächlich als der achte Tag ersichtlich – steht der Sabbat. Der Sabbat ist somit immer am 8., 15., 22. und 29. Tag eines Monats. Nach unserem heutigen unbiblischen Kalender wird der Sabbat also immer zu verschiedenen Wochentagen gehalten.

Aber was versteht man nun überhaupt unter dem Neu- bzw. Vollmond? Wikipedia schreibt hierzu:

„Der Begriff Neumond … bezeichnet die mit bloßem Auge nicht erkennbare Lichtgestalt … des Mondes, wenn sich dieser zwischen Erde und Sonne … befindet.“

Seite „Neumond“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Juni 2020, 11:34 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Neumond&oldid=201175662 (Abgerufen: 22. Juni 2020, 16:35 UTC)

Wie soll also ein Mond, der nicht sichtbar ist, als Zeichen zur Bestimmung der Monate und der Zeiten dienen? Das geht nicht!

Dagegen schreibt Wikipedia zum Begriff des Vollmonds:

Vollmond … ist der Zeitpunkt, zu dem Sonne und Mond in Opposition zueinander stehen, also von der Erde aus gesehen in entgegengesetzten Richtungen.“

Seite „Vollmond“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Juni 2020, 18:49 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Vollmond&oldid=200597114 (Abgerufen: 22. Juni 2020, 16:40 UTC)

In 1. Mose 1,16 lesen wir davon, dass Jahuwa zwei große Lichter geschaffen hat – eines für die Nacht und eines für die Tag. Die Konkordanz definiert den Begriff „regieren“ (engl.: to rule) – vgl. Abb. 3 – auch als a ruler, zu deutsch „ein Herrscher“. Es ist also als unbiblisch zu betrachten, dass der wissenschaftlich definierte Neumondtag auch der biblische ist. Denn hier bewegen sich Sonne und Mond parallel; sie gehen zusammen auf und auch wieder unter. Aber es können niemals zwei Herrscher zur selben Zeit regieren, denn das würde in Chaos ausarten. Dagegen bei Vollmond, der nach biblischer Definition der Neumond ist, regiert der Mond die Nacht und die Sonne den Tag. Dass tatsächlich der Vollmond der Neumond ist, können wir auch in der Bibel selbst nachlesen:

Blaset am Neumond die Posaune, am Vollmond, unserem festlichen Tag.“

Psalm 81,4, Schlachter 1951; Hervorhebung durch den Autor

Es handelt sich hier nicht um drei verschiedene Feste, sondern tatsächlich nur um ein einziges Fest: Die Posaune soll an Neumond, der der Vollmond ist, zum Fest geblasen werden. Anders macht der Satz keinen Sinn.

Kommen wir nun nach dieser recht umfassenden theoretischen Abhandlung zur Praxis. Ausgehend vom Meton-Zyklus (vgl. Abb. 5) sollen nun einige Konstellationen betrachtet werden und so auch der Wahrheitsgehalt dieses Zyklus bewiesen werden. Hierzu nutze ich die Software Stellarium, die für eigene Forschungszwecke kostenlos
hier zum Download (für Windows/Mac/Linux) bereitsteht.

Betrachten wir uns also zunächst einmal den 19. Zyklus nach Meton, welcher die Jahre 2017 und 2018 umfasst. Dieser müsste gemäß der Feststellung des Meton 13 Monate umfassen. Dabei achten wir immer auf den hellsten Stern im Sternbild Jungfrau, den Stern „Spica“ (siehe Abb. 7, rot markiert). Der Mond befindet sich zum Zeitpunkt des Neumondtags immer in der Nähe dieses Sterns und hier – siehe Abb. 9 – auch nahezu auf einer Linie mit diesem. Ebenso kann festgestellt werden, dass der Mond im Falle eines 13. Monats das in den Abb. 7-9 eingezeichnete Dreieck, bestehend aus dem Stern „Spica“ und zwei Sternen aus dem Sternbild Löwe zweimal durchwandert. Abb. 10 zeigt beispielhaft den Jahreskalender für den ersten Meton-Zyklus (2018/1019), ein 12-Monats-Jahr.

Wollen wir nun also das vergangene Jahr – nach gregorianischem Kalender sind das die Jahre 2019 und 2020 – betrachten. Dieses sollte nach dem Meton-Zyklus ebenfalls ein 12-Monats-Jahr sein (vgl. Abb. 5).

Und tatsächlich können wir hier Parallelen zu den gregorianischen Jahren 2017 bis 2019 erkennen: Abb. 12 zeigt im letzten Monat des Jahres, wie der Mond durch das eingezeichnete Dreieck hindurchwandert und sich im ersten Monat des neuen Jahres (vgl. Abb. 13) wieder außerhalb dessen befindet. Da der Mond nun diese Sternkonstellation nicht zweimal durchwandert hat, haben wir keinen 13. Monat. Der Mond steht vielmehr erneut nahezu auf einer Linie mit dem Stern „Spica“ in dessen Nähe. Das neue Jahr nach biblischer Definition hat demgemäß also im April 2020 nach gregorianischem Kalender begonnen.

Unser aktuelles Jahr, welches bis 2021 hineinreicht, ist der 3. Meton-Zyklus und damit ein 13-Monats-Jahr. Das wollen wir kurz überprüfen:

Hier erkennen wir im elften Monat diesen Jahres, dass der Mond noch sehr weit entfernt vom Sternbild der Jungfrau entfernt ist (vgl. Abb. 14). Im zwölften Monat erreicht der Mond seine volle Strahlkraft erst unter dem Horizont. Dass der Mond die Dreieckkonstellation hier zum ersten Mal durchwandert, kann somit kurz vor Untergang des Mondes beobachtet werden (vgl. Abb. 15, unteres Bild). Im 13. Monat diesen Jahres durchwandert der Mond dann das zweite Mal diese Sternkonstellation (vgl. Abb. 16) bis er schließlich zum ersten Monat des neuen Jahres außerhalb des eingezeichneten Dreiecks in der Nähe und wieder nahezu auf einer Linie mit dem Stern „Spica“ steht (vgl. Abb. 17).

Damit ist also nun bewiesen, dass der Meton-Zyklus wahr ist und wir anhand der Konstellation von Mond und Sternen die einzelnen Monate und Jahre bestimmen können, wofür sie von Jahuwa auch gemacht wurden.

Bildnachweis:
Titelbild: Andreas Lischka from Pixabay

Literatur- und Quellennachweis   [ + ]

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